Vor Fed-Wechsel: Warsh-Trade bröckelt, Anleger wetten zunehmend auf straffere Geldpolitik

Vor nicht allzu langer Zeit glaubte der US-Staatsanleihemarkt, den sogenannten Kevin-Warsh-Trade verstanden zu haben: Einfach auf mehrere Zinssenkungen setzen, die der designierte Kandidat voraussichtlich liefern würde, sollte er die Führung der Federal Reserve übernehmen.

Nun, wenige Tage bevor Warsh an die Spitze der Notenbank tritt, zeichnet sich ein anderes Bild ab. Statt Zinssenkungen tendieren Wetten im 31 Billionen Dollar (26,4 Billionen Euro) schweren Anleihemarkt in Richtung einer strafferen Geldpolitik — eine Folge robusten US-Wachstums und inflationsgetriebener Sorgen durch den Iran-Krieg. Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen nähern sich 5%, während Wetten auf eine steilere Zinskurve – ein Ergebnis früherer Lockerungserwartungen – weitgehend rückgängig gemacht wurden.