Orban findet Nische für Ungarn als Deutschlands Waffenschmiede
- Rheinmetall zieht in Westungarn drei neue Fabriken hoch
- Rechtspolitiker bremst Ukraine-Hilfe - Panzer baut er gerne
Viktor Orban hat sich zuletzt als Gegner von Waffenlieferungen an die Ukraine hervorgetan und Deutschland Kontra gegeben, als es darum ging, Panzer nach Kiew zu schicken. Doch zugleich findet der ungarische Rechtspolitiker nichts dabei, sich als verlängerte Werkbank der deutschen Rüstungsindustrie anzudienen, wenn sein Land dadurch von der jüngsten europäischen Wachstumsbranche profitiert. Morgens Berlin zu nerven und abends deutsche Waffenschmieden zu umgarnen, geht sich für den pannonischen Rechtsaußen locker aus.
So baut die Düsseldorfer Rheinmetall derzeit im westlichen Ungarn drei neue Fabriken zur Produktion von Panzern, Munition und Sprengstoff. Sie gehen zwar auf Aufträge zur Modernisierung des magyarischen Militärs zurück, die bereits vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine erteilt wurden. Aber in der neuen geopolitischen Lage, die durch den Krieg entstanden ist, bilden sie auch den Grundstein für eine aufkeimende ungarische Verteidigungsindustrie, auf deren Exportpotenzial Orban große Hoffnungen setzt.