CARTEL OFFICE COMMENTS ON TELE COLUMBUS/KABEL DEUTSCHLAND (GER)

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Bundeskartellamt ? Kabelnetze 
Bundeskartellamt sieht Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland 
kritisch ? abschließende Entscheidung steht noch aus 
Bonn, 7. Dezember 2012: Das Bundeskartellamt prüft derzeit das Vorhaben der 
Kabel Deutschland Holding AG (KDG), den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus GmbH 
zu erwerben. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: ?Die Unternehmen 
wurden gestern über die vorläufige rechtliche Bewertung des Vorhabens 
informiert. In der Abmahnung hat das Bundeskartellamt wettbewerbliche Bedenken 
gegen das Vorhaben geäußert. Die Zusammenschlussbeteiligten sowie zu dem 
Verfahren beigeladene Dritte haben nun die Möglichkeit hierzu Stellung zu 
nehmen. Die Beteiligten können auch noch Zusagen anbieten. Die Frist für eine 
abschließende Entscheidung endet am 16. Januar 2013.? 
KDG ist mit rund 8,5 Mio. Kunden der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland. 
Tele Columbus betreibt Kabelnetze in den neuen Bundesländern und zu einem 
kleinen Teil in Nordrhein-Westfalen und Hessen. In seiner vorläufigen Bewertung 
kommt das Bundeskartellamt zu dem Ergebnis, dass der bundesweite 
Gestattungsmarkt gemeinsam von den beiden Unternehmen KDG und Unitymedia 
beherrscht wird. Der Zukauf von Tele Columbus würde die gemeinsame 
Marktbeherrschung verstärken. Auf dem Gestattungsmarkt konkurrieren die 
Kabelnetzbetreiber um die Belieferung von Liegenschaften mit einer Vielzahl von 
Wohneinheiten, insbesondere von Wohnungsbaugesellschaften, mit dem TV-Signal 
über das Breitbandkabelnetz.  
Ende 2011 war der Zusammenschluss zwischen der Muttergesellschaft von 
Unitymedia, Liberty Global, mit dem kleineren regionalen Kabelnetzbetreiber 
Kabel Baden-Württemberg vom Bundeskartellamt nur unter weitreichenden 
Bedingungen und Auflagen freigegeben worden (siehe PM vom 15. Dezember 2011). 
Die Ermittlungen des Amtes haben ergeben, dass sich ? anders als im Fall 
Liberty/Kabel BW ? die TV-Kabelnetze von Tele Columbus häufig mit den Netzen 
der Wettbewerber, insbesondere der KDG, überschneiden. Die Unternehmen 
konkurrieren permanent um verschiedene Gestattungsverträge mit der 
Wohnungswirtschaft. Dieser Wettbewerb würde nach der vorläufigen Einschätzung 
des Bundeskartellamtes durch den Zusammenschluss entfallen. Tele Columbus ist 
der größte verbliebene Wettbewerber von KDG und Unitymedia.  
Da Tele Columbus auch an einigen Standorten innerhalb des angestammten 
Unitymedia-Verbreitungsgebiets vertreten ist, prüft das Bundeskartellamt in 
diesem Verfahren auch, ob sich der Wettbewerb zwischen KDG und Unitymedia durch 
die Übernahme beleben könnte. Die Analyse der Unternehmensdaten und der 
Geschäftspläne hat bislang aber nicht ergeben, dass etwaige positive Effekte 
des Zusammenschlusses die negativen wettbewerblichen Auswirkungen kompensieren 
würden. Gleiches gilt für etwaige Verbesserungen im Angebot von Telefonie und 
Internetzugang über das Kabelnetz.  
Wettbewerbliche Bedenken bestehen zudem auf dem Einspeisemarkt, d.h. im 
Verhältnis der Kabelnetzbetreiber zu den TV-Sendern, aufgrund des 
Reichweitenzuwachses für KDG infolge des Zukaufs sowie ? in geringem Umfang ? 
auf dem Signallieferungsmarkt (Bereitstellung des TV-Signals durch sog. 
Netzebene 3-Netzbetreiber an Netzebene 4-Betreiber). 
Ansprechpartner für Ihre Rückfragen:  
Kay Weidner (Pressesprecher) 
Tel.: 0228/9499-215, kay.weidner@bundeskartellamt.bund.de 
Mit freundlichen Grüßen 
Nadine Lorenz 
____________________________________________ 
Bundeskartellamt 
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Kaiser-Friedrich-Straße 16
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Fax: +49 (0)228 9499 143
E-Mail: nadine.lorenz@bundeskartellamt.bund.de 
 
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